Umfang und Bedeutung

Das Herbarium der Universität Würzburg umfasst etwa 100.000 Herbarbelege und ist im internationalen Vergleich eine kleine wissenschaftliche Sammlung. Da das Herbarium aber vor allem regionale Belege aus dem nordbayerischen Raum aufweist, besitzt es eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für floristische Untersuchungen in dieser Region. Neben Samenpflanzen umfasst es Vertreter aller Pflanzengruppen, wie Algen, Pilze, Flechten, Moose, und Farne.

Durch sachgemäße Lagerung sind Herbarbelege praktisch unbegrenzt haltbar. Sie erlauben so die wiederholte Untersuchung wichtiger Merkmale, heutzutage auch der pflanzlichen genetischen Information, die in der DNA des Zellkerns gespeichert und die auch bei getrocknetem Material einer Analyse noch zugänglich ist. So ist ein Herbarium nicht nur allein unter historisch-botanischen und etwa auch didaktischen Aspekten wichtig, sondern es dient heute der aktuellen Forschung, u.a. mit molekularbiologischen Methoden, z.B. auf den Gebieten der Systematik und Vegetationsökologie.

Die ältesten Belege im Würzburger Herbarium stammen aus der Zeit um 1810.

Neben der wissenschaftlichen Bedeutung der Sammlung spiegelt das Herbarium so auch die erfolgreiche Wissenschaftsgeschichte der Botanischen Forschung an der Universität und Würzburger Wissenschaftsvereinigungen seit zwei Jahrhunderten wider.

Die Aufgabe der Wissenschaftler im Herbarium ist die langfristige Aufbewahrung der Sammlung, sowie deren wissenschaftliche Aufbereitung und Ausleihe von Herbariumsmaterial und anderen Sammlungsteilen z.B. für taxonomische, vegetationsökologische, historische und naturschutzrelevante Forschungen. Das Würzburger Herbarium nimmt am regen Leihverkehr mit wissenschaftlichen Einrichtungen in der ganzen Welt teil. Teilweise dient es auch der Ausbildung von Studierenden.

Die Herbarbelege sind derzeit in 40 deckenhohen Holzschränken untergebracht. Eine trockene und staubfreie Lagerung gewährleistet eine langfristige Konservierung der Pflanzen.
In Zukunft sollen die Belege zusätzlich einer regelmäßigen Frostbehandlung ausgesetzt werden, um einen möglichen Schädlingsbefall auszuschließen.

 

Beleg aus dem Herbarium Heller von 1815:
Orchis Morio v. major
Fundort: Zeller Wald